Heraus zum 1. Mai

Heraus zum 1. Mai

Demoaufruf von Wilhelmsburg Solidarisch als PDF (Druckversion)

Dass viele von uns 8 Stunden am Tag zur Arbeit gehen und nicht 10, 12, oder 16 Stunden ist kein Geschenk gewesen, sondern wurde im Mai 1886 in Chicago von Arbeitenden aus vielen verschiedenen Ländern erkämpft. Dass es uns hier relativ gut geht, verdanken wir der Arbeiterbewegung, die unsere Arbeitszeit verkürzt, die Sozialversicherung erzwungen und unsere Löhne angehoben hat.
Dieses Jahr gibt es besonders viele Gründe am 1. Mai auf die Straße zu gehen. Die politischen Entwicklungen seit dem letzten 1. Mai zeigen einige Verschlechterungen in den Lebensbedingungen für Menschen, die nicht von „ihrem Vermögen“ leben können. Das gilt besonders für Erwerbslose und prekär Beschäftigte. Während sich das Vermögen der zehn reichsten Personen in Deutschland seit Beginn der Pandemie um 78% auf 223 Milliarden Euro vergrößerte, leben gleichzeitig 13,4 Millionen Menschen in Armut. Das sind so viele wie nie. Die Hartz 4-Sätze wurden in diesem Jahr um knapp 5% gesenkt, wenn die Inflation mit berücksichtigt wird. Überall steigen die Preise für Grundnahrungsmittel und während wir dadurch faktisch ärmer werden, steigen die Mieten weiter in die Höhe und die Vermieter stecken sich das Geld in die Tasche. In Gegenden auf der Welt mit weniger Marktmacht wird sich der Ukraine-Krieg und die Coronakrise noch deutlich unangenehmer auswirken und Menschen werden hungern müssen. Diese Krisen und die Frage, wer am meisten unter ihnen leidet, sind Teil des aktuellen Wirtschaftssystems. Langfristig werden wir sie nur mit einer Demokratisierung der Wirtschaft überwinden und ein besseres Leben für die große Mehrheit erreichen können.

Bei Wilhelmsburg Solidarisch unterstützen wir uns gegenseitig bei Problemen mit Behörden, Chefs und Vermieterinnen. Zum 1. Mai organisiert Wilhelmsburg Solidarisch im „Wer hat der gibt“-Bündnis den Block für Lohnarbeitende und Erwerbslose mit. Dort können alle hinkommen – bringt eure Freund*innen und Familie mit. Los geht es um 13 Uhr an der Elbphilarmonie.

Mehrbedarf für FFP2-Masken

Wir hatten einen Antrag auf Mehrbedarf für FFP2-Masken und Kaufkraftausgleich fertig gemacht, den einige von euch bei ihren Jobcentern gestellt hatten. Nun gibt es die ersten Ablehnungen mit der abwegigen Begründung, die Kosten für FFP2-Masken seien bereits im Regelbedarf enthalten. Gegen den Ablehnungsbescheid könnt ihr innerhalb eines Monats Widerspruch erheben – am besten per Fax, damit ihr den Zugang des Widerspruchs nachweisen könnt. Eine Vorlage für einen Widerspruch findet ihr hier. Wenn ihr dazu noch Rückfragen habt, oder eine besondere Konstellation bei euch vorliegt, dann kommt gerne zum nächsten Anlaufpunkt.