Für eine homo- und transfreundliche Nachbarschaft!

In den letzten Monaten kam es im Reiherstiegviertel mehrmals zu körperlichen Übergriffen, Bedrohungen und Beleidigungen von queeren oder als solche wahrgenommenen Menschen durch eine oder mehrere personell wechselnde Jugendgruppe(n).

Wir finden es wichtig, solchen Diskriminierungen vehement entgegenzutreten und gemeinsam für ein homo-/transfreundliches Viertel einzustehen, in dem ein gegenseitiger respektvoller Umgang unabhängig von Geschlecht und sexueller Identität möglich ist.

Es gibt gegenwärtig eine Unterstützungsgruppe, die zum Ziel hat, Übergriffen vorzubeugen und Sicherheit für Betroffene zu schaffen. Ferner möchten wir mehr Sichtbarkeit für dieses Thema im Viertel erschaffen. Dafür treffen wir uns regelmäßig (gegenwärtig online).

Wenn du als betroffene Person Unterstüzung brauchst oder (unabhängig von eigener Betroffenheit) Interesse hast, zu unterstützen, dann melde dich gerne per Mail an solidarisch@riseup.net.

Recht auf Kiosk – Bericht von der Kundgebung am 27.02.2021

Zusammen mit dem Bündnis Wer Hat Der Gibt hatten wir vergangenen Samstag dazu aufgerufen, auf dem Stübenplatz unseren Protest und Widerstand gegen derzeitige Entwicklungen im Stadtteil sicht- und hörbar zu machen.

Konkret ging es vor allem um den verdrängten „Fährgetränke Kiosk“, der nach 25 Jahren vom Immobilieneigentümer und Rechtsanwalt Hans-Ulrich Seumenicht gekündigt und aus seinem Ladenlokal gedrängt wurde. Er sollte Platz machen für etwas Schickeres als „Kiosk, Shishabar, Wettbüro, Ramschladen“.

(Link zum Mopoartikel: https://www.mopo.de/hamburg/kiosk-zoff-in-wilhelmsburg-dieser-zettel-regt-einen-ganzen-stadtteil-auf–37454698).

Der Kioskbetreiber blieb trotzdem, zahlte weiter Miete und verließ die Ladenfläche erst kurz vor dem Zwangsräumungstermin. Herr Seumenicht fordert nun 10.000,- Euro Schadensersatz für die ihm entgangenen Profite, die er in der Zeit hätte machen können. Weiter lässt er diese Gewerbefläche seitdem leerstehen sowie andere Läden in der Veringstraße ungenutzt.

Damit haben wir ein Riesenproblem, und damit sind wir nicht alleine – wie die zahlreichen Anwesenden mit ihren Schildern und Bannern am Samstag deutlich machten. Für die Betroffenen ist es – wie der Sohn des Inhabers des ehemaligen Fährkiosks auf der Kundgebung berichtete – stärkend zu sehen, wie viele Menschen sich dafür interessieren, engagieren, Widerstand leisten und ihre Solidarität deutlich machen.